WURSTER UND DIETZ AREAL

ORT: Tübingen, Deutschland, 2005

PROGRAMM: Städtebauliche Entwicklung

KUNDE: Wirtschaftsvörderungsgesellschaft Tübingen

GRÖSSE: Bruttobaugebiet 53.549 qm, Bruttogeschossfläche 42.813 qm

STATUS: keine Angaben

WOHNNUTZUNG

Um den Anforderungen nach vielfältigen, kompakten und flexiblen Gebäuden und Wohnformen gerecht zu werden, wird das gesamte Planungsgebiet mit einem Raster überzogen, aus dem heraus eine Teppichbebauung entwickelt wird. Dadurch ist es möglich, flexibel auf alle Eigentumsformen zu reagieren. Es können Einheiten für Bauträger, Baugemeinschaften und Einzelbauherren angeboten werden, die sich jeweils immer in die Gesamtplanung integrieren.

An den Rändern zur Straße wird diese Bebauung in die Höhe gezogen, um einen Blockrand zu entwickeln und so das Blockinnere vor Lärm und Gerüche etc. zu schützen und um eine klare Trennung von öffentlichem und privaten Bereich zu gewährleisten.

Durch Anwendung dieses Ordnungsprinzips wird im Blockinneren eine Bebauung entwickelt die sich nicht als soliderer Körper darstellt, sondern sich logisch und konsequent aus dem umgebenden Baukörper ableitet und einfügt.

Wesentliche Bestandteil des Entwurfs und der daraus entwickelten Grundrisse ist die Zuordnung privater Freibereiche zu den Wohnungen. Diese Zuordnung ist in allen Geschossen gewährleistet.
In den einzelnen Geschossen werden Maissonettewohnungen und Geschosswohnungen gemischt. Das Erdgeschoss wird fast ausschliesslich über Maissonettewohnungen entwickelt, was den individuellen Zugang in die Wohnung zulässt. Zusätzlich wird das Erdgeschoss belebt und einer sozialen Kotrolle unterworfen. Dadurch kann der rückwärtige Teil des Blockinneren als überdeckte Tiefgarage ausgebildet werden, d.h. die Tiefgarage kann auf Strassenniveau ausgeführt werden.

GEWERBENUTZUNG

Auch für die Gewerbenutzung wird ein Raster entwickelt. Dadurch können flexibel teilbare Einheiten entwickelt werden, die jeweils eigenständig sind, sich aber in ein Gesamtkonzept einfügen.

FREIRAUMGESTALTUNG

Typisch und zwangsläufig ist für die Blockrandbebauung die klare Trennung zwischen öffentlichen (Strasse) und privaten Bereichen (Blockinneres). Allerdings wird die Zuordnung privater Freibereiche im Blockinneren meist vernachlässigt, so dass diffuse Bereiche ohne Zuordnung entstehen. Diese werden dann von niemandem genutzt.
Daher wird jeder Wohnung eine klar abgegrenzter Freibereich zugeordnet. Dieser verfügt über eine sinnvolle Grösse und kann individuell gestaltet und genutzt werden.
Der öffentliche Freibereich ist ebenfalls klar gegliedert und definiert. Als Mittelpunkt der Anlage dient ein Quartierssplatz.

GEMEINBEDARF UND SOZIALE INFRASTRUKTUR

Innerhalb der Rasterstruktur und der Freiraumplanung kann jederzeit ein Kindergarten oder eine andere Einrichtung eingefügt werden.
Schon jetzt verfügt jede Einheit Zugang zu einem Freibereich, insbesondere die Einheiten auf Ebene 0 und Ebene 1 können über grössere Freibereiche verfügen.

MATERIALITÄT UND DETAILGESTALTUNG

Insgesamt wirkt das Gebaeude zeitlos und modern durch den reduzierten Einsatz von Formen und Materialien.
Der Baukoerper ist klar kubisch gegliedert und entwickelt, strenge Linien bestimmen seine Abmessungen. Es werden einheitliche stehende Fensterformate gewaehlt, die leicht in die Fassadenebene eingelassen sind. Sie erzeugen ein Schattenspiel und geben der Fassade Tiefe und Gliederung. Die Fassade ist hell verputzt, um den zeitlosen, kubischen, ruhigen Charakter zu unterstuetzen.

WIRTSCHAFTLICHKEIT

Als wichtiger Kosten senkender Faktor kann die ebenerdige Tiefgarage angeführt werden. Dadurch werden aufwendige Gründungsarbeiten vermieden, so dass ein zügiger Bauablauf gewährleistet wird. Des weiteren kann durch die Verwendung des Raster auf standardisierte Teil zurückgegriffen werden. Treppen, Küchen, Bäder wiederholen sich und können dadurch ebenfalls kostengünstig verwendet werden.

TEAM

Architekt
SCHWESINGER ARCHITEKTEN

BILDER

SCHWESINGER ARCHITEKTEN