REALISIERUNGSWETTBEWERB SCHWARZWALDBLOCK

ORT: Mannheim, Deutschland, 2004

PROGRAMM: Abriss Bestand und Neubau

KUNDE: Baugenossenschaft Spar und Bauverein Mannheim 1895 eG

GROESSE: Grundstuecksflaeche 10.700 qm, 24.000 qm Bruttogeschossflaeche

STATUS: 2. Preis

STAEDTEBAULICHE ANALYSE

Das Planungsgebiet liegt an der Schnittstelle dreier unterschiedlicher staedtebaulicher Strukturen.

geschlossene, homogene Blockrandbebauung in der Schwarzwald, Meerwiesenstrasse, wesentlich 4 geschossige Bebauung.
zweigeschossige, villenartige Bebauung im Bereich Hardtstrasse und weiter suedlich davon.
grossflaechige Industrieanlagen westlich vom Planungsgebiet (John Deer)

STAEDTEBAULICHES KONZEPT

Die fuer den Stadtteil Lindenhof typische gruenderzeitliche Blockrandbebauung wird grundsaetzlich aufgenommen und entsprechend modernen Wohnbedingungen weiterentwickelt.
Dazu wird das gesamte Planungsgebiet mit einem Raster ueberzogen aus dem heraus eine Teppichbebauung entwickelt wird. An den Raendern zur Strasse wird diese Bebauung in die Hoehe gezogen, um einen Blockrand zu entwickeln, das Blockinnere zu schuetzen und um sich staedtebaulich in die umgebende Blockrandbebauung einzugliedern.
Eine klare Trennung von oeffentlichem und privaten Bereich wird dadurch gewaehrleistet.

Durch die Anwendung dieses Ordnungsprinzips wird im Blockinneren eine Bebauung entwickelt die sich nicht als solitaerer Koerper darstellt, sondern sich logisch und konsequent aus dem umgebenden Baukoerper ableitet und einfuegt.

FREIRAUMGESTALTUNG

Typisch und zwangsaeufig ist fuer die Blockrandbebauung die klare Trennung zwischen oeffentlichen (Strasse) und privaten Bereichen (Blockinneres). Allerdings wird die Zuordnung privater Freibereiche im Blockinneren meist vernachlaessigt, so dass diffuse Bereiche ohne Zuordnung entstehen. Diese werden dann von niemandem genutzt.
Daher wird jeder Wohnung eine klar abgegrenzter Freibereich zugeordnet. Dieser verfuegt ueber eine sinnvolle Groesse und kann individuell gestaltet und genutzt werden.
Der oeffentliche Freibereich ist ebenfalls klar gegliedert und definiert. Als Mittelpunkt der Anlage dient ein Quartierssplatz.

MATERIALITAET UND DETAILGESTALTUNG

Insgesamt wirkt das Gebauude zeitlos und modern durch den reduzierten Einsatz von Formen und Materialien.
Der Baukoerper ist klar kubisch gegliedert und entwickelt, strenge Linien bestimmen seine Abmessungen. Es werden einheitliche stehende Fensterformate gewaehlt, die leicht in die Fassadenebene eingelassen sind. Sie erzeugen ein Schattenspiel und geben der Fassade Tiefe und Gliederung.
Die Fassade ist hell verputzt, um den zeitlosen, kubischen, ruhigen Charakter zu unterstuetzen.

NUTZUNGEN UND GRUNDRISSTYPOLOGIEN

Wesentliche Bestandteil des Entwurfs und der daraus entwickelten Grundrisse ist die Zuordnung privater Freibereiche zu den Wohnungen. Diese Zuordnung ist in allen Geschossen gewaehrleistet.
In den einzelnen Geschossen werden Maissonettewohnungen und Geschosswohnungen gemischt. Das Erdgeschoss wird fast ausschliesslich ueber Maisonettewohnungen entwickelt, was den individuellen Zugang in die Wohnung zulaesst. Zusaetzlich wird das Erdgeschoss belebt und einer sozialen Kontrolle unterworfen. Dadurch kann der rueckwaertige Teil des Blockinneren als ueberdeckte Tiefgarage ausgebildet werden, d.h. die Tiefgarage kann auf Strassennivau ausgefuehrt werden.
Die Obergeschosse sind alle ueber einen Fahrstuhl und barrierefrei zu erschliessen. Insgesamt sind die Wohnungen grosszuegiger als gefordert. Vor dem Hintergrund, das barrierefrei und behindertengerecht in Zukunft vor allen altersgerecht bedeutet scheint dies uns gerechtfertigt. Wenn die Anzahl der aelteren Menschen insgesamt zunimmt, wird auch die Anzahl derer zunehmen, die sich eine groessere Wohnung leisten koennen und die auch im Alter nicht auf eine grosszuegige Wohnung verzichten wollen.

WIRTSCHAFTLICHKEIT

Als wichtiger kostensenkender Faktor kann die ebenerdige Tiefgarage angefuehrt werden. Dadurch werden aufwendige Gruendungsarbeiten vermieden, so dass ein zuegiger Bauablauf gewaehrleistet wird. Desweiteren kann durch die Verwendung des Raster auf standardisierte Teil zurueckgegriffen werden. Treppen, Kuechen, Baeder wiederholen sich und koennen dadurch ebenfalls kostenguenstig verwendet werden.

TEAM

SCHWESINGER ARCHITEKTEN

Tina Eisenbarth

Mark Schwesinger

BILDER

SCHWESINGER ARCHITEKTEN